Natura 2000
Natura 2000 ist ein europaweites System von Schutzgebieten mit dem Ziel, die Vielfalt der Lebensräume und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten auf Dauer zu erhalten. Grundlage für das europäische Naturschutznetzwerk sind die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) und die Vogelschutzrichtlinie (VS-Richtlinie). Mit dem Beitritt zur Europäischen Union hat sich Österreich verpflichtet, diese Richtlinien umzusetzen. In Österreich obliegt die Umsetzung den Bundesländern.
Im Rahmen des Projektes Natura 2000 sollen alle wesentlichen Lebensräume und Habitate der in Europa heimischen Fauna und Flora erfasst und gesichert werden. Ziel ist es, ein grenzüberschreitendes Schutzgebietsnetz einzurichten. Natura 2000 verfolgt einen modernen Naturschutzansatz, der Eingriffe in Gebiete auch weiterhin erlaubt, solange diese den Erhaltungszustand des jeweiligen Schutzgutes nicht erheblich beeinträchtigen.
Derzeit sind in Österreich 1.230.000 ha als Natura-2000-Gebiete (Europaschutzgebiete) ausgewiesen (Stand 2007), das entspricht 14,7 % der Staatsfläche. 38 % davon sind Wald, 31 % werden landwirtschaftlich genutzt (v.a. Almweideflächen), der Rest sind Gewässer und sonstige Flächen. Etwa 22.000 landwirtschaftliche Betriebe bewirtschaften Flächen in Natura-2000-Gebieten.
Im Programm für ländliche Entwicklung gibt es spezielle Maßnahmen und Förderungen für Natura-2000-Gebiete. Sie reichen von Agrarumweltmaßnahmen über Infrastrukturmaßnahmen bis hin zur Wissensvermittlung. Die Naturschutzbehörden der Bundesländer planen in den Natura-2000-Gebieten hauptsächlich Erhaltungs- und Verbesserungsmaßnahmen vertraglicher Art, bei denen auf die individuelle Situation der in diesen Gebieten wirtschaftenden Betriebe eingegangen werden kann. Schwerpunkt der Umsetzung von Natura 2000 ist in Österreich das Agrarumweltprogramm ÖPUL (insbesondere die Naturschutzmaßnahme).

