Landtag beschließt Wiener Landwirtschaftsbericht 2011

Landtag beschließt Wiener Landwirtschaftsbericht 2011
Foto: LK Wien

LK Wien - Presseinformation

Wiener Landwirtschaftsbetriebe sind 2009/10 noch "grüner" geworden

Windisch: Stabile Rahmenbedingungen unabdingbar für bäuerliche Bewirtschafter

Wenngleich in den Jahren 2009/2010 wirtschaftliche Turbulenzen und eine ungünstige Witterung herrschten, stieg der Produktionswert der Wiener Stadtlandwirtschaft um 5,1% auf EUR 102,6 Mio., bedingt durch die erhöhte Produktionsleistung im Gemüse- und Garten- (+6,5%) sowie im Ackerbau. Trotz der Intensivierung der Produktion ist die Wiener Landwirtschaft in den vergangenen Jahren aber auch "grüner" geworden. So ist die Zahl der Biobetriebe von 23 (2008) auf 34 gestiegen, die zusammen 1.375 ha – vorwiegend Ackerland – bewirtschaften. Ferner nehmen rund 4.711 ha (79%) der landwirtschaftlichen Nutzfläche und 233 (34%) der Betriebe am Österreichischen Umweltprogramm (ÖPUL) teil. Das geht aus dem neuen Wiener Landwirtschaftsbericht 2011 hervor, der die Entwicklung dieses Sektors in den Jahren 2009/2010 analysiert. Angesichts dieser ökologischen Entwicklung würde der von der EU-Kommission im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) geplante "verordnete" Naturschutz "eingrenzend wirken", befürchtet Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Windisch. "Wie man am Wiener Beispiel sieht, schließen sich Ökologie und Ökonomie nicht aus. Im Gegenteil: Die Teilnahme an den freiwilligen Programmen (ÖPUL und Bio) ist gestiegen, die umweltgerechte Wirtschaftsweise wird von der Bevölkerung akzeptiert und erzielt die gleiche Wirkung wie der vorgeschriebene Naturschutz. Daher ist es wichtiger die Entwicklungsfähigkeit der Betriebe zu fördern, damit diese trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ihren Weg der Ökologisierung unbeirrt fortsetzen können".

Stabile Maßnahmen anstelle von Preisvolatilität und immer höheren Betriebsmittelkosten
Seit der Wirtschaftskrise kämpfen die österreichischen Bauern mit ständigen Preisschwankungen auf Erzeugerseite, was die Planbarkeit zunehmend erschwert. Andererseits hält die Bergfahrt der Betriebsausgaben weiter an. "Auch in einem dynamischen Sektor wie der Landwirtschaft sind Planbarkeit und Planungssicherheit bei Flächen und Investitionen notwendig. Die politischen Kräfte haben die Pflicht für stabile Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft zu sorgen, wenn diese auch künftig erhalten werden und ihre vielfältigen Leistungen für die Gesellschaft weiter erfüllen soll", fordert Windisch und verweist auf den Agrarstrukturellen Entwicklungsplan (AgSTEP) in Wien, als Folge dessen etwa in Simmering nicht nur die landwirtschaftlich genutzte Fläche und die gärtnerische Produktion gesteigert werden konnten. Durch eine Kooperation mit der Fernwärme Wien wird auch eine CO2-neutrale Erzeugung ermöglicht. Diese positive Entwicklung sei fortzusetzen, betont der LK-Präsident. Doch dafür sei auch "Kontinuität in den politischen Entscheidungen notwendig".

Stadtlandwirtschaft sorgt für Produktionssicherheit und Lebensqualität
Die Landwirtschaftskammer selbst passt ihr qualitätszertifiziertes Beratungs- und Bildungsangebot ständig den geänderten Anforderungen an und baut es aus. Sie liefert damit einen wesentlichen Grundstein für die tägliche Arbeit ihrer Mitglieder. "Die professionelle Unterstützung und Beratung der Gemüsegärtner, Winzer und Ackerbauern bei Produktion und Vermarktung sind wichtige Säulen der Wiener Stadtlandwirtschaft, die wir weiter forcieren werden", betont Kammerdirektor Robert Fitzthum. Dabei gehe es auch darum, der Bevölkerung die Vorteile der Landwirtschaft in der Stadt näherzubringen - wie Versorgungssicherheit; die sichere Erzeugung von Lebensmitteln zu fairen Preisen; eine Vielfalt an Nahrungsmitteln, die vor Ort erzeugt und in höchster Frische und durch die kurzen Transportwege auch äußerst Klimaschonend zum Konsumenten gelangen; aber ebenso gehe es um zigtausend Arbeitsplätze, die mit der bäuerlichen Bewirtschaftung verbunden sind; um die Erhaltung einer offenen, gepflegten Kulturlandschaft und eines beliebten Naherholungsraumes für die gestresste Stadtbevölkerung.

"Die Wienerinnen und Wiener lieben das Obst und Gemüse, dass in ihrer nächsten Umgebung wächst, sie schätzen seine hohe Qualität, die Frische und den spezifischen Geschmack. Aber ebenso zählt für sie neben der Qualität auch der Umweltaspekt und das Einkaufserlebnis beim Wiener Bauern ihres Vertrauens", weiß Fitzthum. "Dass haben sie im Zuge der EHEC-Krise im Frühjahr und Sommer 2011 bewiesen, als sie trotz der lange unklaren Ursache für den Krankheitsausbruch und die unbegründeten Schuldzuweisungen hauptsächlich heimische Produkte gekauft haben. Diese Vorteile gilt es im Namen der Produzenten und der Konsumenten auch künftig zu erhalten", sind sich Fitzthum und Windisch einig.

Quelle: Ing. Robert Fitzthum, Kammerdirektor, Landwirtschaftskammer Wien, Gumpendorfer Straße 15, 1060 Wien; 25.11.2011

www.lk-wien.at

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