LAG Regionalentwicklung Wipptal

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Beschreibung der Region und regionale Daten



Lage und Abgrenzung

 

Die Region Wipptal liegt südlich der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck und erstreckt sich bis zur italienischen Grenze. Sie gehört politisch zum Bezirk Innsbruck-Land. Die Entfernung zwischen Innsbruck und dem Brennerpass beträgt rund 36 km. Das Wipptal besteht aus einem Haupttal in Nord-Süd-Richtung, wo die Brennerautobahn und –eisenbahn liegen, sowie aus sieben Seitentälern wovon fünf als Siedlungsraum bewohnt sind: Navistal, Schmirntal und Valsertal östlich des Haupttales, Geschnitztal und Obernbergtal westlich davon.

Das Wipptal wird sowohl geographisch als auch historisch als Einheit wahrgenommen. Es ist stark von seiner Verkehrsfunktion geprägt. Die alpenquerende Verkehrsverbindung über den Brenner (auf der Strecke München – Verona) gehört zum europäischen Hauptverkehrsnetz.

Die Region Wipptal besteht aus zwölf Gemeinden: Ellbögen, Gries am Brenner, Gschnitz, Matrei am Brenner, Mühlbachl, Navis, Obernberg am Brenner, Pfons, Schmirn, Steinach am Brenner, Trins und Vals die auch gleichzeitig den Planungsverband Wipptal bilden.

Wipptal

 

Die geschichtliche Kurzbeschreibung der Gemeinden


ELLBÖGEN

Der Name Ellbögen scheint als „Ellenpoge“ urkundlich erstmalig im Jahre 1175 auf. Um 1600 begann in der Gemeinde der Abbau von Erz, welcher allerdings aus Rentabilitätsgründen relativ rasch wieder eingestellt wurde. Geschichtliche Ursprünge lassen sich aber bereits auf das Jahr 1200 bis 1000 vor Christus datieren.


GRIES AM BRENNER

Das Gemeindegebiet der auf 1165 Meter Seehöhe liegenden Gemeinde Gries erstreckt sich bis zur Brennergrenze. Das Dorf verdankt seine Entstehung dem mittelalterlichen Verkehr auf der Brennerstrasse. Die heutigen Weiler Nösslach und Vinaders wurden 1313 erstmals urkundlich erwähnt, Ritten erst 1325. Der Name Gries kommt erst 1623 als Abschnittsname im Urbar des Amtes Steinach vor. Seit 1811 ist Gries eine eigene Gemeinde.


GSCHNITZ

Die seit 1811 bestehende Gemeinde liegt auf 1270 Meter Seehöhe. Als „Gasnitz“ 1286 urkundlich erwähnt, hat Gschnitz eine Besonderheit aufzuweisen. Das gesamte Tal war im landesfürstlichen Grundbesitz und blieb es bis zum Theresianischen Kataster 1778. Im 13. Jahrhundert bestanden neun Schwaighöfe; das waren Berghöfe mit besonderen Rechten, die nur Milchwirtschaft betrieben.


MATREI AM BRENNER

Matrei liegt circa 20 km südlich von Innsbruck im Zentrum des Wipptales. Der Name Matrei ist seit etwa 1000 Jahren fortlaufend in Urkunden bezeugt. Die älteste davon nennt die Ortschaft Matrei den „locus Matereia“ im Jahr 995. Historische Funde zeugen davon, dass das Gebiet bereis 1000 vor Christus besiedelt war. Matrei wurde in seiner Geschichte des öfteren von Großbränden heimgesucht. Flächenmässig ist Matrei die zweitkleinste Gemeinde Österreichs.


MÜHLBACHL

Mühlbachl wurde geschichtlich im Jahr 1811 erstmalig erwähnt, als man die damaligen Rigate des Landesgerichtes Steinach, nämlich Statz, Obfeldes, Mützens und Matreiwald zur Gemeinde Mühlbachl vereinigte. Erste Spuren der Besiedelung reichen circa 1000 Jahre vor Christus zurück. Heute ist Mühlbachl sowohl in kultureller als auch in kommunaler Hinsicht eng mit den Nachbargemeinden Matrei und Pfons, sowie teilweise auch mit Navis, verbunden.


NAVIS

Der Orts- und Talname Navis, wird vom romanischen „in abisso“, mundartlich „n´abis“, was so viel wie Schlucht bedeutet, abgeleitet. Bereits während der bajuwarischen Landname im 8. Jhr. wurde das Tal als Alm-, Weide- und Jagdgebiet genutzt. Seine eigentliche Besiedelung erhielt das Tal erst mit dem Wirksamwerden der ersten Grundherrschaften, beginnend in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Die ganze Gemeinde bestand und besteht heute noch aus weitverzweigten Einzelhöfen.


OBERNBERG AM BRENNER

Wann das Tal besiedelt worden ist, bleibt wohl für immer im Dunkel der Vorzeit verborgen. Die ersten Spuren einer Besiedelung können aber bereits in der vorrömischen Zeit nachgewiesen werden. Eine Blütezeit erlebte das Tal im 14. und 15. Jahrhundert durch den Bergbau. Seit der Aufhebung des Marktgerichtes Matrei 1810 ist Obernberg eine eigene Gemeinde, wurde aber erst 1891 eine eigene Pfarre.


PFONS

Das Gemeindegebiet von Pfons liegt am rechten Ufer der Sill. Von hier aus beginnt die alte Salzstrasse nach Hall in Tirol. Der Name Pfons scheint in der Sprachform „Phunzun“ erstmals im Jahre 1070 auf. In einem Steuertagebuch des Jahre 1312 geht hervor, dass Pfons schon eine eigene Steuergemeinde war. Funde bezeugen, dass das Gemeindegebiet bereits in der Zeit um 1200 bis 1100 vor Christus besiedelt war.


SCHMIRN

Schmirn wird erstmals 1249 als „Smurne“ urkundlich genannt. Schmirn ist der Hauptort eines zehn Kilometer langen Seitentales, das am Tuxer Joch beginnt und sich bei St. Jodok mit dem Navistal vereinigt. Die Pfarrkirche wurde 1756/1757 erbaut und 1761 eingeweiht. Die pfarreigene Seelsorge besteht zwar seit 1756, Schmirn wurde aber erst 1891 zur eigenen Pfarre. Bis 1927 war Hintertux ein Teil der Gemeinde Schmirn.


STEINACH AM BRENNER

Die Gemeinde Steinach ist das Zentrum des Wipptales. Steinach am Brenner wurde schon 1286 urkundlich erwähnt. 1349 wurde Steinach Sitz eines Gerichtes, wodurch die besondere Stellung als Siedlung im Tal betont wurde. 1936 wurde Steinach zum Markt erhoben und erhielt im September des gleichen Jahres das Gemeindewappen verliehen. 1585 und 1853 wurde der Ort von Grossbränden heimgesucht.


TRINS

Das 1140 als „Trunnes“ urkundlich erwähnte Trins war ursprünglich eine Bergwerkssiedlung. Es bildete das Rigat „Dorf Trins im Tal Gschnitz“ des Landesgerichtes Steinach. Die Pfarrkirche zum hl. Georg wurde 1359 urkundlich erstmalig erwähnt. Die jetzige Pfarrkirche wurde 1493 geweiht. Trins ist auch die Ruhestätte von Rudolf Borchardt, einer der bekanntesten Lyriker im deutschsprachigen Raum.


VALS

Die seit 1811 bestehende Gemeinde Vals umfasst die Weiler Innervals, Außervals und St. Jodok. Im Steuerregister von 1313 wird Vals als zum Gericht Matrei gehörig angeführt. Das Valsertal wurde 1944 zum Naturschutzgebiet ernannt und ist heute ein „Natura 2000“-Gebiet.

Vals

 

Naturraum und Landschaft


Das Wipptal ist eine breite tektonische Furche zwischen den Stubaier und Zillertaler Alpen und damit zwischen unterschiedlichen geologischen Formationen. Die Region Wipptal erstreckt sich über eine Fläche von 510 km²; die Siedlungen liegen auf einer Seehöhe zwischen 990 m und 1.600 m. Das Haupttal steigt von Norden zum Brennerpass (1.374 m) hin an. Im Wipptal und seinen Seitentälern zeigt sich ein großer morphologischer und geologischer Reichtum: Während im Osten der Wipptalfurche die sanften und runden Formen dominieren, sind die westlichen Seitentäler auch steil und felsig.

Klima: Die durchschnittliche Tagestemperatur in Steinach beträgt 6,6 Grad C (im Sommer 14,7 Grad C, Winter – 2,3 Grad C) und liegt um rund 2 Grad C unter jener von Innsbruck.

Der jährliche Niederschlag liegt zwischen 800 mm und 1.067 mm. Im Wipptal tritt Nebel seltener auf als im Inntal; periodischer Föhn ist charakteristisch für das Tal. Das Kleinklima und damit auch die klimatischen Bedingungen für die Landwirtschaft sind recht unterschiedlich.

Folgende Landschaftstypen sind im Wipptal zu finden: 

  • „Gründlanddominierte Kulturlandschaften“ in den Tälern
  • „Bandförmig ausgedehnte Waldlandschaften“ auf den Hängen darüber (vor allem Fichten- und Lärchenwald)
  • „Subalpine und alpine Landschaften mit großräumigen Weideland und Naturgründland“ über der Waldzone
  • „Alpine Fels- und Eiseregion“


Die insbesondere im Obernberg- und Gschnitztal vorkommenden Lärchenwiesen sind charakteristische Landschaftselemente.

Naturgefahren, vor allem Lawinen und Wildbäche, spielen für die Siedlungen und die Verkehrsinfrastruktur im Wipptal eine wichtige Rolle, vor allem in den Seitentälern.

Durrach

 

Geschichte und Kultur

Vor 1919 wurde das gesamte den Alpenraum querende Tal (im Norden und Süden des Brennerpasses) als Wipptal bezeichnet. In der österreichisch-ungarischen Monarchie bestand das Wipptal aus den Bezirken Steinach im Norden und Sterzing (Vipiteno) im Süden; der letztere gehört seit 1919 zu Italien (Südtirol).

Die Staatsgrenze bewirkt unterschiedliche Entwicklungen. Die Beziehungen zwischen dem Norden und dem Süden wurden weniger intensiv. Erst mit der europäischen Integration verlor die Staatsgrenze wieder an Bedeutung und neue Formen der Kooperation begannen.

Historisch belegt sind die ersten Siedlungen im Wipptal bereit um 1000 v. Chr. Während die Landwirtschaft noch bis ins frühe 20. Jahrhundert vorwiegend auf Selbstversorgung beruhte war die Entwicklung des Wipptales bereits frühzeitig vom alpenquerenden Verkehr geprägt. Bereits zur Römerzeit verlief eine Hauptstrasse über den Brenner.

Die Verkehrssituation begünstigte die wirtschaftliche Entwicklung insbesondere den Handel. Vor allem Matrei am Brenner und Sterzing entwickelten sich zu Handelsplätzen. Die Transportmöglichkeiten begünstigten auch den Abbau von Bodenschätzen im Wipptal vor allem im 15. und 16. Jahrhundert.

Die Eisenbahn über den Brenner, als wichtige Verbindung für Personen und Güter, wurde 1864 bis 1867 gebaut. Rund ein Jahrhundert später wurde die Brennerautobahn errichtet.

Der starke Transit- und Reiseverkehr verursacht Umweltschäden und eine Lärmbelastung. Die Problematik des Gütertransits am Brenner ist ein immer wiederkehrendes Diskussionsthema der nationalen und europäischen Verkehrspolitik und wird erst mit der Errichtung des Brennerbasistunnels eine wesentliche Minderung erfahren.

Das kulturelle Erbe der langen Geschichte des Wipptales wird in Baudenkmälern wie Kirchen, Kapellen und Burgen sichtbar. Die Pflege der Tradition und des Brauchtums ist ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens in der Region.

Das gesellschaftliche Leben stützt sich stark auf Vereine, von denen es in jeder Gemeinde mehrere gibt.

 

Bevölkerung und Siedlungen


Während im 19. Jahrhundert die Bevölkerungsentwicklung im Wipptal von Stagnation (und Abnahme in den Seitentälern) gekennzeichnet war, wuchs die Bevölkerungszahl nach dem ersten Weltkrieg stetig, aber nicht so stark wie in anderen Tiroler Regionen. Zwischen 1869 und 1981 nahm die Bevölkerung im Wipptal um 80% zu, im Tiroler Durchschnitt um 150% (Quelle: Amt der Tiroler Landesregierung 1988).

Im Jahre 2000 lebten 14.562 Personen in der Region, das Bevölkerungswachstum zwischen 1971 und 2001 betrug 20%. Der Stand der Einwohner hat sich mit Stand der Volkszählung im Jahre 2005 auf 14.650 Personen erhöht.

 

Bildung

Während Volksschulen in allen Gemeinden bestehen, gibt es Hauptschulen nur in Matrei, Gries und Steinach. Höhere Schulen sind im Wipptal nicht vorhanden.


Siedlungen

Durch die natürlichen Bedingungen ist der Siedlungsraum begrenzt und die Naturgefahren müssen bei der Standortwahl berücksichtigt werden. Der Hauptort des Wipptales und die auch einwohnerreichste Gemeinde ist Steinach. Die Gemeinden Matrei, Mühlbachl und Pfons erfüllen einige Funktionen der sozialen und technischen Infrastruktur gemeinsam.


Gebäude

Nur in den Gemeinden Steinach und Matrei ist ein geschlossenes städtisches Strassenbild zu finden. Sonst war historisch der Einzelhof und die Streusiedlung die vorherrschende Siedlungsform. Heute dominieren die freistehenden Einfamilienhäuser das Bild. 

 

Verkehr

Der Brenner ist eine der wichtigsten Alpenquerungen für den Güter- und Personenverkehr. Die Brennerautobahn A13 hat im Wipptal eine Länge von rund 27 km. Die Autobahn ist auch in diesem Teilabschnitt gebührenpflichtig.

Ebenso verläuft die Eisenbahn für den Güter- und Passagierverkehr durch das Haupttal. Die Strecke dient gleichzeitig auch dem Regionalverkehr. Die Orte zwischen den Stationen werden durch Busse als öffentliche Verkehrsmittel bedient.

 

Regionalwirtschaft

 

Das Wipptal gehört wirtschaftlich zu den schwächsten Regionen. Ein spezifisches Problem ergibt sich auch aus der schwachen Tourismusentwicklung. Die regionale Wirtschaft ist durch kleinbetriebliche Strukturen gekennzeichnet, wenngleich einige dieser Unternehmen als sehr innovativ zu bezeichnen sind. Leitbetriebe sind in der Region nur in einem geringen Ausmass vorhanden.

Die Schere zwischen Arbeitsplätzen und Arbeitskräften hat sich auch in den letzten Jahren weiter geöffnet. Die Nähe zu Innsbruck erlaubt der Bevölkerung auch das tägliche Auspendeln. Für die Wirtschaft des Wipptales bedeuten die vielen Auspendler (ca. 57 Prozent) aber immer auch einen Verlust der Kaufkraft in der Region.

 

Land- und Forstwirtschaft


Bis zum ersten Weltkrieg hatte die Landwirtschaft vor allem die Anforderung der Selbstversorgung zu erfüllen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgte dann die Spezialisierung auf Rinderhaltung. Heute ist die Rinderzucht die Haupterwerbsquelle der Wipptaler Landwirtschaft.

 

Landwirtschaftliche Flächennutzung


Ein Drittel des Wipptales ist von Wald bedeckt. Die Waldfläche hat in den letzten drei Jahrzehnten leicht zugenommen.

Die Landwirtschaft ist geprägt durch einen Rückgang der Voll- und Nebenerwerbsbetriebe sowie durch die Schwierigkeiten in der landwirtschaftlichen Nutzung der Flächen in den Seitentälern durch die Steilheit der Hanglagen und Enge der Täler.

Im Wipptal gibt es für die Landwirtschaft überwiegend Böden von mittlerer natürlicher Ertragskraft. Auf den sonnenseitigen Hängen sind die Böden teilweise sehr trocken während sie in den ebenen Tallagen teilweise wiederum sehr naß sind.

Im Haupttal stellen sich die klimatischen Bedingungen für die Landwirtschaft recht günstig dar. In den Seitentälern herrschen allerdings für die Landwirtschaft insgesamt weniger günstige Verhältnisse. Ein Grossteil der landwirtschaftlichen Betriebe liegt auf einer Seehöhe zwischen 1000 und 1500 Metern.

Wie auch in anderen Tiroler Regionen ist auch im Wipptal eine Abnahme der bewirtschafteten landwirtschaftlichen Gehöfte feststellbar.

 

Obernberg

 

Landwirtschaftliche Betriebe

 

Auch im Wipptal ist wie in ganz Tirol ein Rückgang der bewirtschaften Landwirtschaftsbetriebe feststellbar. Die Anzahl der Vollerwerbsbetriebe ist weiter rückläufig und Landwirtschaft wird zumeist nur noch als Nebenerwerb betrieben.

Die Mehrzahl der landwirtschaftlichen Betriebe im Wipptal liegen innerhalb einer „Erschwerniszone“ (schwierige Bewirtschaftung auf Grund einer Hangneigung). In den Gemeinden Navis, Schmirn, Gries und Obernberg treten die stärksten Bewirtschaftungserschwernisse auf. Dennoch gibt es im Wipptal nur wenige landwirtschaftliche Flächen mit extremen Verhältnissen (Hangneigung über 60%) wo nur händisches Mähen möglich ist.

 

Almwirtschaft


Im Wipptal liegen rund 75 Almen, zwei Dritten davon sind im Besitz von Agrargemeinschaften. Die durchschnittliche Rinderzahl pro Alm beträgt 40 Stück. Die Almen sind auch wichtige Elemente für die Attraktivität der Freizeitgestaltungsmöglichkeiten.

 

Forstwirtschaft


Nach dem aktuellen Kataster beträgt die Waldfläche im Wipptal 165,2 km², das sind 33% der Gesamtfläche. Während der letzten drei Jahrzehnte wuchs die Waldfläche geringfügig aber gleichmässig (3%). Pro Jahr werden durchschnittlich 50.000 FM Holz eingeschlagen.

Die dominierende Baumart im Wipptal ist die Fichte (über drei Viertel der Baumbestände), auch Lärchen (20%) sind weit verbreitet.

Die Wälder im Wipptal lassen sich wie folgt kategorisieren:

  • Wald mit überwiegend produktiver Funktion 30%
  • Schutz-Wald mit produktiver Funktion 33%
  • Schutz-Wald ohne produktive Funktion 37%


Da Föhnstürme und Lawinen in den letzten Jahren und Jahrzehnten ziemlich häufig waren, kommt der Pflege der Schutzwälder eine wichtige Aufgabe der Forstwirtschaft zu. Viele Schutzwälder sind Objektschutzwald zum Schutz der Siedlungen und Verkehrswege.

 

Tourismus


Die Tourismusintensität im Wipptal liegt weit unter dem Tiroler Durchschnitt. Die Zahl der Übernachtungen ist in den letzten Jahren stetig gesunken, wenn auch mit der Errichtung des Jugendhotels in Steinach, und der damit verbunden Vollauslastung, ein noch stärkerer Rückgang verhindert werden konnte.

Nach der Stilllegung der Liftanlage in Gries besteht nur noch das Schigebiet Bergeralm für den Wintertourismus. Als ergänzende Angebote gibt es auch zahlreiche Rodelbahnen in der Region sowie die Möglichkeit des Schitourengehens. Der Sommertourismus ist wie in ganz Tirol von einem noch stärken Rückgang geprägt, wenngleich sich das Wipptal als Wander- und Mountainbikegebiet mit seinen zahlreichen Almen auch bestens anbietet.

Zeisch

 

Beschreibung der LAG


Aufstellung der beteiligten Gemeinden

Aufbauend auf die Teilnahme am Programm Leader+ im Zeitraum von 2000 – 2006 der Region Wipptal als geschlossene Gebieteskulisse bewerben sich die nachstehend angeführten Gemeinden in alphabethischer Reihenfolge wiederum vollständig an der Ausschreibung für das Programm Leader 2007 – 2013/2015.


ELLBÖGEN                                    Homepage der Gemeinde

GRIES AM BRENNER                     Homepage der Gemeinde

GSCHNITZ                                    

MATREI AM BRENNER                  Homepage der Gemeinde

MÜHLBACHL                                Homepage der Gemeinde

NAVIS                                           Homepage der Gemeinde

OBERNBERG AM BRENNER         Homepage der Gemeinde         Tourismusverband Obernberg

PFONS                                          Homepage der Gemeinde

SCHMIRN                                      Homepage der Gemeinde

STEINACH AM BRENNER             Homepage der Gemeinde

TRINS                                           Homepage der Gemeinde         Tourismusverband Trins

VALS                                           Homepage der Gemeinde

 

 

Einwohnerzahl (Einwohnererhebung 2005, Quelle Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Raumordnung-Statistik)

 

Gemeinde

Einwohnerzahl

Fläche in ha

Bevölkerungsdichte

 

 

 

 

Ellbögen

1.081

3.447

31

Gries a. Brenner

1.221

5.589

23

Gschnitz

434

5.912

8

Matrei

925

36

2.854

Mühlbachl

1.372

2.885

47

Navis

1.929

6.414

30

Obernberg

358

3.866

9

Pfons

1.240

2.172

57

Schmirn

902

6.264

14

Steinach

3.325

2.805

118

Trins

1.260

4.882

24

Vals

558

4.871

11



Katasterfläche

Einwohnerzahl:               14.605

Katasterfläche:               49.143 ha

Bevölkerungsdichte:        30 EW/km²

 

 Karte des Gebietes

Karte Wipptal

 

Ziele - Strategie - Entwicklungsschwerpunkte


Allgemeine Grundlagen

Die Region Wipptal mit seinen zwölf Gemeinden hat bereits am Programm Leader+ im Zeitraum 2000 bis 2006 teilgenommen. Die Festlegung der nunmehrigen Entwicklungsstrategie für die Periode 2007 bis 2013/2015 stellt damit eine konsequente Fortschreibung des bisherigen Regionalentwicklungsplanes unter Einbindung der lokalen Akteure und aufbauend auf die Erfahrungen der vorangegangenen Leader-Periode dar.


Der lokale Entwicklungsplan ist ein Handlungsleitfaden mit den aktuell wichtigsten Themenfeldern für die Fortsetzung einer nachhaltigen Regionalentwicklung. Aus lokaler Sicht ist besonders die Fortführung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit dem benachbarten Südtirol (Bezirksgemeinschaft Sterzing als Regionalentwicklungsorganisation des Südlichen Wipptales) von großer Bedeutung und darauf aufbauend auch die Entwicklung gemeinsamer Projekte mit Lokalen Aktionsgruppen aus der Region Veneto und Bayern als potentiellen neuen überregionalen Partner.


Die inhaltliche Ableitung der Entwicklungsstrategie erfolgt auf Grundlage der in der Region mit lokalen Akteuren und Arbeitsgruppen erarbeiteten SWOT-Analyse, wobei auch das im Zuge des Projektes MAREMA (MAnaging REgional MAnagement) zwischen dem Nördlichen und Südlichen Wipptal gemeinsam erarbeitete überregionale Stärken-Schwächen-Chancen-Risiko-Profil seinen Eingang findet.

 

 

Inhaltliche Beschreibung der Entwicklungsstrategie

Der Entwicklungsstrategie Wipptal ist auf die Bedürfnisse und Notwendigkeiten einer nachhaltigen und erfolgreichen Regionalentwicklung abgestimmt. Im Ansatz verfolgt sie das Ziel, den Lebens- und Wirtschaftsraum zu fördern und insbesondere die lokale Bevölkerung in den Mittelpunkt aller Aktivitäten und Massnahmen zu setzen.

Diese Aufgabe haben sich auch die beteiligten Personen beim Strategieerarbeitungsprozess gesetzt. Inhaltlich schließt der Regionalentwicklungsplan Wipptal an den Nationalen Strategieplan Österreichs bzw. dem STRAT.AT sowie dem „Zukunftsraum Tirol“ an.

Aufgrund der geographischen Lage und den Erfahrungen aus der abgeschlossenen Leader+ Periode hat sich die Region Wipptal für das übergeordnete Themenfeld

Verbesserung und Inwertsetzung der Lebensqualität in der Region Wipptal
„Lebens.(T)Raum.Wipptal“

im Rahmen des Regionalen Entwicklungsplans 2007 – 2013/2015 entschlossen. Der Begriff Strategie wird im Zusammenhang mit dem regionalen Entwicklungsplan wie folgt definiert: „Fortführung des ursprünglich leitenden Gedankens entsprechend den stets sich ändernden Verhältnissen“ (Hinterhuber Hans H., Strategische Unternehmensführung, Band I, Strategisches Denken, 7. Auflage 2004).

Der Umsetzungsinhalt des definierten Themenfeldes ist dabei unmittelbar verknüpft mit der Realisierung der

„Massnahmen zur interterritorialen insbesondere transnationalen Kooperation (Europäische territoriale Zusammenarbeit) mit dem Südlichen Wipptal“.

 

Diese Beschluss erfolgte einstimmig seitens des Vorstandes des Regionalmanagements Wipptal und der Generalversammlungen aus dem Jahre 2006 und 2007.

Durch die territoriale Zusammenarbeit der Regionen Nördliches und Südliches Wipptal (die statistischen Daten befinden sich im Anhang) aber auch mit dem Netzwerk der Regionalentwicklungsvereine in Tirol sollen Wissen und Finanzmittel zusammengeführt werden, die über die beteiligten Gebiete verteilt sind. Das vorrangige Ziel dabei ist es gemeinsame Projekte zu entwickeln und umzusetzen. Damit ist auch die Erfüllung von zwei wesentlichen Unterzielen verbunden:

  1. Erreichen einer kritischen Masse, die erforderlich ist, damit ein Projekt sinnvoll und erfolgreich durchgeführt werden kann,
  1. Streben nach Komplementarität.


Der Verbesserung und Inwertsetzung der Lebensqualität im Wipptal sind die nachstehenden thematischen Handlungsebenen zugeordnet:

1.         Entwicklung, Auf- und Ausbau neuer Formen des transnationalen/regionalen Leistungsangebotes

2.         insbesondere in den Bereichen Freizeit, Kultur, Bildung, Soziales & Integration, Mobilität

3.         Schaffung von transnational wirksamen Bildungs-, Netzwerk- und Informationsmöglichkeiten

4.         Maßnahmen für Frauen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie

5.         Infrastrukturen, Dienstleistungen und Aktivitäten für/von Jugendlichen, die eine verstärkte Bindung zur Region zum Ziel haben und zum Aufbau der regionalen Identität und der zugrunde liegenden Wertemodelle beitragen können.


Im Rahmen der Entwicklungsstrategie für das Wipptal werden für den Schwerpunkt LEADER ausgehend von der Ausgangsanalyse und der Umsetzung des strategischen Gesamtkonzepts folgende inhaltliche Ziele festgelegt:

  1. Verstärkte Mobilisierung der endogenen Entwicklungspotentiale in der Region
  2. Verbesserung und Ausbau der Kooperationen und Stärkung der Beteiligung wesentlicher Akteure sowie Handlungskompetenz
  3. Entwicklung und Verbreitung innovativer Ansätze


Über integrierte Ansätze sollen erhebliche Synergieeffekte erzielt und die Effizienz der Förderung verbessert werden.

Durch eine verstärkte Anwendung dieses Ansatzes können stärker vernetztes Handeln in den Regionen und lokal angepasste Entwicklungsstrategien gefördert sowie Ressourcen und endogene Entwicklungspotentiale aktiviert werden.

 

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