LAG Imst - Regionalmanagement Bezirk Imst

Beschreibung der Region - Beschreibung der LAG - Ziele - Strategie - Entwicklungsschwerpunkte

Die Region

Der Bezirk Imst ist ein Verwaltungsbezirk des österreichischen Bundeslandes Tirol. Er grenzt im Westen an den Bezirk Landeck, im Osten an den Bezirk Innsbruck Land, im Norden an den Bezirk Reutte und im Süden an Südtirol (Italien). Der Bezirk umfasst einen Teils des Oberinntals mit den Seitentälern Ötztal, Pitztal und Gurgltal und das Mieminger Plateau.

Administrativ umfasst der Bezirk Imst 24 Gemeinden, die in 4 Planungsverbände ( PV Inntal-Mieminger Plateau, PV Imst und Umgebung; PV Ötztal und PV Pitztal) gegliedert sind. Die Bezirkshauptstadt Imst ist zugleich auch Sitz der Bezirkshauptmannschaft. Neben den eigentlichen administrativen Einheiten verfügt der Bezirk Imst noch über 4 Tourismusverbände (TVB Imst und Umgebung, TVB Ötztal, TVB Pitztal, TVB Mieminger Plateau und Fernpass-Seen). Die Interessenvertretungen (AMS, Landwirtschaftskammer, Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer) sind mit ihren Außenstellen mit ihren Sitzen in Imst vertreten.

 

Wirtschaft und Infrastruktur 

Im Bezirk Imst leben 55.132 EinwohnerInnen (31.12.2005) und dies ergibt eine Bevölkerungsdichte von 32 Einw./km². Im europäischen Vergleich gilt der Bezirk Imst damit nicht nur als dünn besiedelt sondern auch als Bergregion und wird in allen Sektoren durch den alpinen Charakter geprägt.

Die 24 Gemeinden des Bezirkes weisen räumlich stark unterschiedliche Nutzungsstrukturen auf. So beschränken sich die Bereiche mit einer hohen Nutzungsdichte mit den Schwerpunkten Wohnen, Gewerbe und Dienstleistung auf das Inntal und den Raum um die Bezirkshauptstadt Imst. In diesem Bereich ist der infrastrukturelle Erschließungsgrad am höchsten: (z.B. Schulwesen oder öffentlicher Verkehr). Die Seitentäler Ötztal und Pitztal werden vorwiegend durch den intensiven Wintertourismus geprägt. Auch das Mieminger Plateau und das Gurgltal sind touristisch erschlossen, haben aber keine derart hoch entwickelte Infrastruktur. Sie gelten eher als Naherholungsgebiet für den städtischen Ballungsraum rund um Innsbruck bzw. Imst oder als Wohngebiet. Für den gesamten Bezirk ist der ländliche Raum bezeichnend und charakterisiert die Landwirtschaft und das Wohnen. In manchen Teilen des Oberlandes ist jedoch die Gefahr einer latenten Abwanderung feststellbar (10,3 % der Beschäftigten kehren erst am Wochenende nach Hause zurück). Gründe dafür sind die unzureichende infrastrukturelle Erschließung, die eingeschränkte Arbeitsplatzwahl bzw. -angebot und die teilweise langen Fahrtstrecken zur Arbeit. Den Großteil (> 90 %) der Region bedecken Naturräume, die von den Tälern bis hinauf ins Hochgebirge reichen.

Verkehr: Obwohl noch zu wenig beachtet, weist der Bezirk Imst verkehrstechnisch eine äußerst interessante Lage auf. Die Stadt Imst befindet sich direkt am Knotenpunkt der Achsen Innsbruck über Vorarlberg in die Schweiz und der Achse Deutschland, Fernpass über Imst nach Südtirol und weiter nach Italien. Dieser Umstand ist der Grund für die vielfältigen historischen, kulturellen, gesellschaftlichen und ökonomischen Verflechtungen und ermöglicht so, manche grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Im selben Ausmaß steigen auch die Belastungen durch Transit und Verkehr an und gefährden die Natur und Landschaft als wichtigste Ressource des Oberlandes. Die zentrale Lage Tirols als Ursache für den Verkehr und gleichzeitig eine ökonomisch-touristische Chance durch Nähe zu den großen Ballungsräumen in Deutschland und Italien. Dies gilt einerseits für den potenziellen Gast und anderseits auch für die Tiroler Bevölkerung, denen bei entsprechender Mobilität zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Die Wirtschaftsstruktur im Bezirk Imst ist sehr stark vom Dienstleistungssektor geprägt. Den größten Beitrag zur Wertschöpfung liefert primär der Bereich Beherbergung und Gastronomie mit insgesamt 25,5 %. Rang zwei belegt die Sachgüterproduktion mit 14,9 % (2003) und steht damit im Tiroler Vergleich auf dem vorletzten Platz. Knapp dahinter die Bereiche Realitätenwesen und Unternehmensdienste mit 14,6 %, gefolgt von sonstigen Diensten mit 11 % und Handel bzw. Reparaturen mit 10 % Anteil an der Bruttowertschöpfung des Jahres 2003. Der Beitrag der Landwirtschaft belief sich auf 1,8 %. Auch das Bauwesen mit 7,6 % ist im Ausmaß relativ bescheiden.

Die Anzahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe hat sich in den letzten Jahren stark verringert bzw. zahlreiche Bauern und Bäuerinnen sind vom Voll- in den Nebenerwerb gewechselt. Beinahe drei Viertel der Fläche des Bezirkes werden von Bauern und Bäuerinnen bewirtschaftet. Entsprechend hoch ist die Bedeutung dieses Sektors - hauptsächlich im Bereich der Landschaftspflege und nachhaltigen Entwicklung. Zahlreiche Landschaftsschutzgebiete, Natura 2000-Regionen und Naturparks unterstreichen die Bedeutung der Natur und weisen auf zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten hin. Dies sind wiederum Schlüsselfaktoren für den im Oberland wichtigen Tourismus und die wichtige Sicherung des Lebens- und Wirtschaftsraums vor Naturgefahren.

Wirtschaftssektoren: Wie die obigen Zahlen belegen, ist der Tourismus die wichtigste ökonomische Grundlage für eine Region wie Imst. Diese ist einerseits Haupteinnahmequelle und andererseits Kernkompetenz des Bezirkes. Eine Gemeinde wie Sölden genießt einen ausgezeichneten internationalen Ruf nicht nur durch die Nächtigungszahlen (Nr. 2 in Österreich) sondern auch durch das touristische Innovationspotenzial. Das Ötztal ist in allen Bereichen eine Tourismushochburg in Österreich und erzielt mit 3,2 Mio. Nächtigungen insgesamt 64 % der Gesamtnächtigungen im Bezirk. Nicht ohne Grund haben die Nächtigungszahlen und die Erlöse im Winter jene des Sommers bereits im Jahre 1996 überholt. Ferner profitieren die normalerweise benachteiligten und höher gelegenen Talschaften durch immer wärmer werdende Winter im Vergleich zu mittleren oder tieferen Lagen, sodass sich die Hochregionen im verstärkten Maße zum schneesicheren USP im Tourismus entwickeln werden. Besorgniserregend sind die Zahlen im Sommertourismus, der - lange Zeit vernachlässigt - die investitionsbedingten Einnahmen ergänzen soll und nach massiven Einbrüchen reaktiviert werden muss.

Beschreibung der LAG

Die LAG Regio Imst – Regionalmanagement Bezirk Imst ist aus der Fusionierung Verein IRI - Initiative Regionalentwicklung und Raumordnung im Bezirk Imst und dem Verein Leader Ötztal und Mittleres Tiroler Oberinntal im Jahr 2003 entstanden. Die LAG Regio Imst - Regionalmanagement Bezirk Imst hat ihren Sitz in der Gemeinde Roppen (Mairhof 97, 6426 Roppen) und ist für die Regionalentwicklung aller 24 Gemeinden des Bezirkes Imst zuständig.

www.regio-imst.at

Ziele - Strategie - Entwicklungsschwerpunkte

 

  1. Entwicklungsstrategie Landwirtschaft: „Der Bauer und die Bäuerin als Unternehmer und Unternehmerin im Spannungsfeld zwischen ländlichen Traditionen und innovativ moderner Produktion“. Die Zukunft liegt in der Professionalisierung und im unternehmerischen Denken in Verbindung mit einem nachhaltigen Imagewandel, der für kommende ländliche Generationen wichtig ist. Eine Rückkehr zum Vollerwerb muss wieder möglich sein und ist die Basis für eine Erhaltung der Lebensqualität. Dabei soll auch die Nutzung von nicht landwirtschaftlichen Kernkompetenzen möglich sein.

 

  1. Entwicklungsstrategie Tourismus: „Stärken und Koordinieren des vorhandenen historischen und kulturellen Potenzials unter Berücksichtigung von Trends und Entwicklungen abgestimmt auf unsere gewachsene Region“. Das touristische Angebot soll durch ein sinnvolles Nützen der natürlichen Ressourcen und durch eine regionsübergreifende (auch verbandsübergreifende) Zusammenarbeit nachhaltig verbessert werden. Das vorhandene touristische Know-how soll fruchtbringend eingesetzt werden und liefert die Basis für zukünftige Projekte. Durch Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen soll das Niveau und auch das Image des Tourismus’ als Arbeitgeber gefördert werden. Großes Potenzial verbirgt sich auch in der verstärkten Zusammenarbeit zwischen den Sektoren Wirtschaft und Landwirtschaft in Ergänzung mit nachfolgend beschriebenen Möglichkeiten im Bereich des Umweltmanagement.

 

  1. Entwicklungsstrategie Umwelt: „Inwertsetzung der Kultur- und Naturlandschaft“. Die Zukunft und damit die Lebensqualität im ländlichen Raum liegen in der sinnvollen und nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen. Unter dem Begriff Umweltmanagement soll dieses Arbeiten zusammengefasst werden. Einerseits stehen dabei das Erhalten (Einrichten von Landschaftsschutzgebieten, Naturparks) und andererseits die professionelle Nutzung der Natur (Schaffen von Infrastruktur als Qualitätsstandards beim Erleben der Natur) im Vordergrund. Auch eine gebiets- und länderübergreifende Zusammenarbeit, um einen langfristigen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen, ist in diesem Kontext entscheidend. Imagebildende Maßnahmen ergänzen die obigen Absichten und werden durch eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit begleitet.

 

  1. Entwicklungsstrategie Energie: „Energieautarke Region durch Energiesparen, Verwendung alternativer Energien und Nutzung heimischer Ressourcen“. Der Bezirk Imst ist durch den Mangel an energetischen und finanziellen Möglichkeiten interessiert in einem ersten Schritt den Energieverbrauch massiv zu senken. Und erst im Anschluss soll auf sinnvolle alternative Energien gewechselt werden. Begleitet wird diese Absicht durch eine technische Kooperation mit dem MCI – Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik und anderen Aktiven in Mitteleuropa.

 

  1. Entwicklungsstrategie Frauen: „Aktion und Information zum Thema Gender Mainstreaming und Chancengleichheit“. Zum Thema Entwicklung des ländlichen Raumes gehört im Besonderen die Beachtung und Einbindung von Menschen, die aufgrund irgendwelcher Umstände benachteiligt sind z.B. Frauen, Jugendliche, Randgruppen, behinderte Menschen, AusländerInnen, etc. Eine Bevölkerung ist immer nur so stark wie seine schwächsten Mitglieder. Dadurch wird die Einbindung in ein nachhaltiges Regionalmanagement sichtbar.

 

  1. Entwicklungsstrategie Wirtschaft: „Regionalpolitische Kontinuität, Infrastruktur und Qualifikation als Basis für Innovation bei gleichzeitiger Stärkung der KMUs durch Vernetzung und gemeinsame Entwicklung“. Im Bezirk Imst arbeiten großteils KMUs und nur in einzelnen Fällen Unternehmen mit höheren MitarbeiterInnenzahlen. Dies bedeutet, dass vernetzende Entwicklungsschritte wirtschaftlich notwendig sind, da im Einzelnen kaum das dafür nötige Potenzial vorhanden ist. Besonders im Bereich Forschung und Entwicklung oder im geschlossenen Auftreten nach außen im Rahmen von Clustern bzw. Arbeitsgemeinschaften.

 

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