LAG Oberinnviertel-Mattigtal: (Aus)Zeit nehmen auf einem Zeitbankerl

LAG Oberinnviertel-Mattigtal: (Aus)Zeit nehmen auf einem Zeitbankerl
Zeitbankerl

Das “Zeitbankerl” … für manche Menschen eine normale Sitzgelegenheit, für andere Menschen können die Zeitbankerl ein Weg aus der Isolation sein, die Möglichkeit, alltägliche Wege allein zu bewältigen und damit eine Hebung des Selbstwertgefühls bedeuten. Dieses interessante Projekt, das sehr einfach und kostengünstig umzusetzen ist, wollen wir hier vorstellen und Frau Pammer,

die Obfrau des Vereins “Zeitbank für Alt und Jung”, und ihr Team dabei unterstützen, diese Idee an so viele Menschen wie möglich zu bringen. Wir würden uns mit Frau Pammer freuen, wenn dieses Projekt in vielen Gemeinden NachahmerInnen finden würde.


Ideen aus dem Friedensbezirk:

(Aus) Zeit nehmen auf einem Zeitbankerl

Die Rede ist von den Zeitbankerln in der Gemeinde Lengau. Gekennzeichnet mit einem weißen Kreis, in dessen Mitte ein grünes „Zorro“-Z abgebildet ist, bieten die Zeitbankerln vor allem älteren Menschen die Möglichkeit, alltägliche Wege alleine zu bewältigen.

Oftmals ist es die Strecke zum Arzt, zum Supermarkt, oder auch in die Kirche die für viele ältere oder auch kranke Menschen, ohne Pausen kaum mehr zurückzulegen sind. Die Folge: Angehörige erledigen diese Aufgaben mit dem Auto für sie. Oder sie werden ganz unterlassen. Dadurch verlieren ältere Menschen aber nicht nur ihre Selbstständigkeit. Noch schlimmer ist: sie fühlen sich isoliert von ihrer Umwelt, weil sie immer mehr „daheim“ bleiben. Und das heisst dann oft: allein bleiben.

Siegrid Pammer, die Obfrau des Vereins „Zeitbank für Alt und Jung“ möchte mit dem von ihr ins Leben gerufenen Projekt Zeitbankerl, genau dieser Entwicklung entgegenwirken. 

„In der gesamten Gemeinde Lengau gibt es mittlerweile bereits fünfzig Zeitbankerl. Die meisten stehen im Ortsgebiet Friedburg und Schneegattern, in der Nähe von Arztpraxen, Supermärkten, Postamt, Kirche und Bank.“, erzählt die engagierte Bürgerin. Die Bankerl bieten natürlich älteren Menschen die Möglichkeit sich hinzusetzen, eine Pause zu machen, um dann den restlichen Weg bewältigen zu können – und damit die Chance ihr Ziel selbst zu erreichen. Und immer öfter trifft man dann auch auf andere Menschen, die auf dem Bankerl sitzen.  Es ergibt sich ein nettes Gespräch, man lacht zusammen. Alles Dinge die den Menschen helfen, dabei zu sein. „Und oft auch ihr Selbstwertgefühl zu steigern und sich nicht mehr isoliert zu fühlen.“, beschreibt Siegrid Pammer das was in der Gemeinde nach dem Aufstellen der Bankerl passiert ist.

Und woher kommen die Bankerl? In erster Linie stellen private Grundbesitzer den Platz und eventuell auch die Bank zur Verfügung und sorgen im Winter dafür, dass die Bank in einer Garage eingestellt wird. Das Bankerl an sich, bleibt  immer im Besitz des Spenders.

Wenn keine Hausbank vorhanden ist, wird eine neue angeschafft. Diese Bankerl werden dann mit dem Z-Logo versehen.  Finanziert werden sie entweder über den Verein oder durch Sponsoren, die ihre Fimenlogos anbringen können.

Wenn man ein Zeitbankerl in seiner Nähe braucht, dann meldet man es einfach dem Zeitbankverein, dieser hat vielleicht ein bereits gespendetes Bankerl frei, oder sucht dazu einen Spender.

Aber nicht nur ältere Menschen sind eingeladen auf den Zeitbankerl Platz zu nehmen, alle die daran vorbei kommen, eine Pause oder Auszeit brauchen, können diese Sitzgelegenheit nutzen.

Eine einfache, kostengünstige und sehr wirkungsvolle Idee, die, so hofft Frau Pammer, noch andere Gemeinden aufgreifen werden. Einheitlich sollte nur das Z-Logo sein, dieses kann bei der Werbeagentur Hartenthaler in Heiligenstatt bestellt werden.

 

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