LAG SternGartl Gusental
Beschreibung der Region - Beschreibung der LAG - Ziele - Strategie - Entwicklungsschwerpunkte
Beschreibung der Region
Die Leaderregion SternGartl Gusental besteht aus 14 Gemeinden der „alten" Leader Region SternGartl (Afiesl, Bad Leonfelden, Haibach, Hellmonsödt, Kirchschlag, Oberneukirchen, Ottenschlag, Reichenau, Reichenthal, Schenkenfelden, Schönegg, Sonnberg, Vorderweißenbach und Zwettl) , die bereits 1995 ihre Leaderarbeit aufgenommen hat und 4 Gusentalgemeinden (Alberndorf, Altenberg, Engerwitzdorf und Gallneukirchen), die neu in dieser Periode zur LAG gekommen sind.
Die gesamte Katasterfläche beläuft sich auf 419,3 km², die Einwohnerzahl von 2005 betrug 44.260. 16 der 18 Gemeinden befinden sich im politischen Bezirk Urfahr Umgebung (insgesamt 27 Gemeinden), zwei im bezirk Rohrbach (insgesamt 42 Gemeinden).
Der Naturraum der Region ist nicht nur wegen der topographischen Gegebenheiten sehr unterschiedlich strukturiert, sondern auch aufgrund der räumlichen Situation:
Naturräumliche Struktur
Im Norden das Leonfeldner Hochland, nach Westen hin abgegrenzt durch die Auslaufer des Bohmerwaldes (Sternwald), in der Mitte dominiert das Zentralmuhlviertler Hochland, im Suden die Muhlviertler Randlagen um Gallneukirchen und Engerwitzdorf, im Westen bilden die Rodlflüsse Talabgrenzungen, im Osten die Grose Gusen.
Naturschutzkategorien
Naturschutzgebiete: Kammerschlager Flachmoorwiese, 1,4 ha, Kirchschlag; Stadler Wiese, 3,4 ha, Ottenschlag; Tal der Kleinen Gusen, 15 ha, Alberndorf; Moor Vorderweisenbach, 1,57 ha; Landschaft sschutzgebiete: Roadlberg, 52 ha, Ottenschlag; Tal der Kleinen Gusen, 30,5 ha, Alberndorf; Natura 2000 Gebiete: Tal der Kleinen Gusen (FFH), 346 ha.
Flächennutzung
Landwirtschaftliche Nutzfläche 54 %, Waldfläche 30 %; damit liegt der Waldanteil der Region deutlich unter dem Landesdurchschnitt (Waldanteil Bezirk Urfahr-Umgebung 33 %, Oberosterreich 37 %).
Landwirtschaft
In der Region gibt es ca. 1.900 Landwirtschaftsbetriebe. Insgesamt vollzieht sich ein starkerer Konzentrationsprozess, was sich an der Zunahme der Vollerwerbsbetriebe (bei insgesamt sinkender Zahl der landwirtschaft lichen Betriebe) und an der starken Zunahme der Milchkontingente zeigt. Insgesamt dominiert die Grunlandwirtschaft , eine relativ hohe Bedeutung nimmt die Bio-Landwirtschaft ein.
Flächennutzung
Waldanteil: 31 %; Anteil der landwirtschaft lichen Kulturfl achen (Acker und Grunland) 60,7 % Grunland: 57 %; Ackerland: 43 %; damit ist die Region ein ausgeprägtes Grünlandgebiet; durchschnittliche Betriebsfläche (2006): 15,12 ha. Anteil der Bio-Flachen an Grunland- und Ackerfl achen: 14 % (Osterreich: 15 %).
Beschreibung der LAG
Die lokale Aktionsgruppe „Verein Leaderaktionsgruppe SternGartl Gusental“ agiert auf rechtlicher Basis eines Vereins.
Ziele - Strategie - Entwicklungsschwerpunkte
www.sterngartl-gusental-leader.at
Beschreibung der Entwicklungsstrategie
Für die Erarbeitung der Entwicklungsstrategie in den Arbeitskreisen und deren Diskussion in den Gremien waren entsprechend den Vorgaben sowohl der integrierte, gebietsbezogene Ansatz wesentlich als auch das Anstreben eines moglichst hohen Innovationsgehaltes.
Als ubergeordnete Leitorientierung der lokalen Entwicklungsstrategie steht „Nahe – Qualitat und Herausforderung“ im Blickpunkt der lokalen Entwicklungsstrategie.
Zum einen aufgrund der raumlichen Position der Region:
• Nahe - Region:
Qualitat unter raumlichen, sozialen und kooperativen Kriterien.
• Nahe zu Linz:
Nahe zu einem stadtischen Zentralraum als Herausforderung wie in wenigen Regionen Osterreichs.
• Nahe zu Tschechien:
direkte Lage an einem Ort inmitten des sich verändernden Europas
Nähe – Tschechien (nicht programmrelevant)
Qualität: Herausforderung:
• Schnittstelle Europa nach 1989,
• grenzüberschreitende Kooperationen,
• Tourismus für neue Gaste.
• Zusammenwachsen – sozial und kulturell,
• Arbeitsmarkt,
• Transitverkehr
Nähe – Region
Qualität: Herausforderung:
• Regionalprodukte mit definierten Nähequalitäten,
• innovative Nahversorgung,
• nahe Energie-Kompetenzen (Beratung, Gewerbe),
• Lernnetzwerk Kleinstbetriebe/EPUs (Kooperationen, Lebensqualität, Ehrenamt),
• attraktive Ausbildungsperspektiven.
• Sicherung Ehrenamt, etc.
• Kooperations- und Diversifizierungskultur,
• Innovationsgeist,
• Attraktivität fur Jugendliche
Nähe – OÖ Zentralraum (Linz)
Qualität: Herausforderung:
• Absatz regionaler Qualitatsprodukte,
• Nachfrage Naherholungsangebote,
• Kooperationen Dienstleistungsanbieter (Kreativwirtschaft).
• Arbeitskraft e-Sog,
• höheres Einkommensniveau,
• Kaufkraft -Abfluss
• Baudruck auf Landnutzung,
• „Überalterung“
Integrierter gebietsbezogener Ansatz
Die Entwicklungsstrategie berücksichtigt besonders die Dynamik der Raum- und Regionalentwicklung, zu deren besonderen Merkmalen das Spannungsverhaltnis zwischen der Peripherisierung (in einigen Gemeinden im Norden der Region) und Suburbanisierung (im sudlichen Teil der Region) zahlt. Der suburbane Raumanteil wurde in der Region durch den Beitritt der vier Gusental-Gemeinden noch vergrößert. Wichtige strategische Maßnahmen zur Sicherung der Anforderung „integrierter, gebietsbezogener Ansatz“ sind (dieser leitet sich aus der Beschreibung der gegenwärtigen regionalen Situation ab):
• Die lokale Entwicklungsstrategie stellt klar auf das definierte Gebiet der Region SternGartl-Gusental mit seinen 18 Gemeinden ab. Die Region unterscheidet sich entscheidend von anderen Bewerberregionen und ist mit diesen auf keinesfalls austauschbar. Die Entwicklungsstrategie stellt nicht eine arithmetische Summe einzelner Gemeindebegehren dar, noch ist sie ein bloses Sammelsurium einzelner Projekte, sondern ein hoherwertiges, regional und sektoral vernetztes Ganzes basierend auf lokalen Starken und vor allem auf klar deklarierten Interessen von Akteuren
und Initiativen.
• Klare Fokussierung sowohl auf die Starken der Region als auch auf die wesentlichen Herausforderungen, wofur die lokale Entwicklungsstrategie nicht eine Gesamtlosung, aber einen wichtigen Beitrag zur Sicherung einer erfolgreichen Zukunft erbringen kann. Viele Starken und Chancen ergeben sich aus der raumlichen Position der Region (Nahe zum Linzer Zentralraum, Lage an der Grenze zu Tschechien, etc.), aber damit sind auch Schwachen und Risken verbunden.
• Integration der verschiedenen Teilgebiete und Gemeinden (periphere und suburbane Lage) durch Projekte mit flächendeckendem Charakter (z.B. Programm zur Energieeffi zienz, Masnahmen zum Halten von Fachkraft en, etc.) sowie auch durch Projekte, die bei den spezifi schen Starken ansetzen und damit auch eine lokale Identifi kation im Rahmen des Gesamtkonzeptes sichern (z.B. Kooperation von starken Direktvermarktern im suburbanen Gebiet der Region, Vernetzung von Dienstleistungsanbietern, etc.). Dieser Anforderung ist vor allem angesichts der Erweiterung
der Region um die vier „neu hinzu gekommenen Gemeinden“ ein wichtiges Erfordernis.
• Integration der neuen Regionskonstellation erfordert auch entsprechende Maßnahmen in der Praxis des organisatorischen Managements der lokalen Aktionsgruppe, vor allem im Blick auf die alltagliche Kommunikation, die Betreuung der Aktionsfeldgruppen, auf Off entlichkeitsarbeit und Qualitatssicherung.
Innovationsgehalt
Angesichts der Beteiligung der 14 SternGartl-Gemeinden an bislang zwei LEADER-Perioden nimmt der Innovationsgehalt in der Gestaltung der lokalen Entwicklungsstrategie einen besonderen Stellenwert ein. Einen zentralen Stellenwert in der regionalen Leitorientierung nimmt der Begriff „Nahe“ ein. Dies aber nicht als schongeistig-emotionelle Metapher, sondern in vielen Bereichen als Parameter, der fur Qualitat und Chancen, aber auch als Herausforderung gesehen werden muss, der auf moglichst allen Ebenen der Strategie eingelost werden soll, vor allem auch mittels innovativer Ansatze:
• Nahe unter dem Aspekt der Herkunft von Produktqualitaten:
Regionale Innovation durch die Kombination „regionale Produkte“ und Nahversorgung, Attraktivierung durch Erlebnisangebote und jahresbezogene Programme mit den Nahversorgern.
• Nahe als zentrale Vorgabe fur regionale Produkte:
Uberregionaler Innovationsanspruch durch Dokumentation und Vermittlung der Herkunft und Nahequalitaten gegenüber den Konsumenten (Produktionsorte, Okobilanz, Transportwege, CO2-Eff ekte).
• Nahe als „nahe liegende“ Vorgabe fur hochwertige Naherholungsangebote in Form von Landpartie-Programmen:
Innovation durch sektorubergreifendes Durchziehen der Anforderungen Natur-/Kulturerlebnis als hoherwertige Dienstleistungen mit regionalen Produkten und Gastronomie, regional abgestimmt und beworben.
• Nahe als Kernelement in der regionalen Energieeffi zienz-Strategie:
Regionale Innovation durch den Aufb au von Information-, Beratungs- und Dienstleistungsressourcen vor der Haustür wie auch durch Aufmachen neuer Erwerbsmoglichkeiten im Gewerblichen Bereich (energiesparendes Sanieren, etc.).
• Nahe als Herausforderung fur das Halten von Fachkraft en und Jugendlichen:
Regionale Innovation durch intelligente Kooperationen von Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Gemeinden und Qualifizierungsprogrammen, vor allem auch uber Lern-Netzwerke von Betrieben, insbesondere von Ein-Personen-Unternehmen.
• Nahe durch Anbieten von Arbeitsintegrationsprogrammen in Kooperation mit den Unternehmen und der Wirtschaftskammer:
Regionale Innovation fur die Problemgruppen am Arbeitsmarkt im psychosozialen als auch im mittelschwelligen Bereich.
• Nahe als Element in der Sicherung der Lebensqualitat fur KleinstunternehmerInnen bzw. Ein-Personen-UnternehmerInnen:
Uberregionale Innovation durch Entwicklung von Lebensqualitat, insbesondere durch Entwickeln von gemeinsamen Angeboten zur Betreuung von Kindern und Familienmitgliedern.


