LAG Gemüse-Lust-Region Eferding
Beschreibung der Region - Beschreibung der LAG - Ziele - Strategie - Entwicklungsschwerpunkte
Beschreibung der Region
Die "Gemüse-Lust-Region Eferding" umfasst 11 der 12 Gemeinden des Bezirkes Eferding - des kleinsten politischen Bezirkes Oberösterreichs - sowie die angrenzende Gemeinde Buchkirchen aus dem Nachbarbezirk Wels Land.
In den 12 Mitgliedsgemeinden wohnen 32.517 Einwohner auf einer Gesamtfläche von 268,10 Quadrat-Kilometern (Quelle: Statistik Austria, 2005).
Die Region kann in vier charakteristische Landschaftsräume gegliedert werden. Der größte Teil des Gebietes gehört dabei zum Alpenvorland, nur der nordwestliche Teilabschnitt gehört dem kristallinen Grundgebirge, der Böhmischen Masse an.
Die Niederungen der Donau und des Innbaches stellen das Wirtschaftszentrum des Eferdinger Beckens dar (ca. auf 270 m Seehöhe). Ausgedehnte landwirtschaftliche Intensivflächen und Offenlandschaftsbereiche charakterisieren die ertragreiche Beckenlage. Die Stadt Eferding ist als Bezirkshauptstadt Zentrum der Verwaltung und Bildung, aber auch wichtiger Verkehrsknotenpunkt für den ländlich geprägten Bezirk.
Die Austufen der Donau mitsamt dem Auwaldgürtel, welcher ein landschaftsprägendes Element des Eferdinger Beckens ist, haben heute vor allem für die Erholungsnutzung Bedeutung. Ganz im Gegensatz dazu steht das Obere Donautal, in dem die Donau bis zu 300 Meter tief in das Mittelgebirge der Bömischen Masse eingeschnitten ist. Steile Hangflanken mit natürlicher Waldausstattung charakterisieren diesen Streckenabschnitt.
Im Süden und Südwesten des Eferdinger Beckens schließt das Inn- und Hausruckviertler Hügelland an. Die wellige Morphologie, eine geringe Bewaldung und der hohe Anteil an Streuobstbeständen charakterisieren diesen Landschaftsraum. Deshalb wurden Teile der Gemeinden St. Marienkirchen und Scharten auch als Landschaftsschutzgebiet und Naturpark ausgewiesen.
Sowohl das Aschachtal als auch das tief eingeschnittene obere Donautal weisen ein hohes naturräumliches Potential auf. Stark gekammerte Landschaftseinheiten mit geringen Parzellengrößen, weite Blickbeziehungen und Steilabbrüche ins Donautal charakterisieren diesen landwirtschaftlich geprägten Landschaftsraum auf Seehöhen zwischen 460 und 650 Meter. Dieses Gebiet wurde aufgrund seiner vielen schützenswerten Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten als eines von 24 oberösterreichischen NATURA 2000 Schutzgebiete ausgewiesen.
Ökonomische Kurz-Analyse
Landwirtschaft
Die Landwirtschaft hat zwar seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts - gemessen am Arbeitsplatzangebot im Bezirk Eferding - an Bedeutung verloren, dennoch sind die nordwestlichen Gebiete nach wie vor ländlich geprägt und im südlichen Eferdinger Becken befinden sich die landwirtschaftlichen Intensivzonen. Der Anteil der Arbeitsplätze in der Land- und Forstwirtschaft liegt ca. bei 16 %. 1999 wurden dabei 39,3 % der Betriebe im Haupterwerb geführt. Neben dem Anbau von verschiedenen Getreidesorten ist im zentralen Eferdinger Becken vor allem der Gemüseanbau und im Süden der Region der Obstanbau hervorzuheben.
Forstwirtschaft
Der Gesamtbezirk Eferding weist mit ca. 20 % im Vergleich zum Landesdurchschnitt mit 41 % eine sehr geringe Waldausstattung auf. Die Bewaldungsprozente der einzelnen Mitgliedsgemeinden unterscheiden sich jedoch stark. Im Norden und Nordwesten sind sie relativ hoch. Das Maximum liegt beim Auengürtel entlang der Donau im Abschnitt Schlögen bis Aschach mit mehr als 40 % Bewaldung. Die Waldflächen weisen überwiegend eine kleinteilige Besitzstruktur auf. 950 ha (rund 18% der Gesamtwaldfläche) sind im Bezirk Eferding als "Betrieblicher Kleinwald über 10 ha" im Besitz von nur 57 Betrieben.
Wirtschaft / Arbeitsmarkt
Im Bezirk Eferding gibt es insgesamt 471 Betriebe, die 5.485 MitarbeiterInnen beschäftigen. Insgesamt gibt es 7.172 unselbständig Beschäftigte, von denen 5.485 in der gewerblichen Wirtschaft beschäftigt sind. 64,1 % aller ArbeitnehmerInnen pendeln zur Arbeit vor allem in den Zentralraum nach Linz und Wels aus (Quelle: AK, März 2004). Mit einer Arbeitslosenquote von knapp über 2 % hält der Bezirk Eferding die niedrigste Arbeitslosenquote Österreichs. Die größten Arbeitgeber der Region sind folgende Firmen und Institutionen: Institut Hartheim, HALI Büromöbel, Schauer Maschinenfabrik, LEHA Vorhangschienen, Agrana Stärke GmbH und EFKO Frischfrucht und Delikatessen GmbH.
Tourismus
Die Region Eferding liegt im engeren und weiteren Einzugsbereich der österreichischen Donauachse. Die Region zwischen Passau und Aschach mit der Donauschlinge Schlögen zählt zu den reizvollsten Abschnitten entlang der Donau. Darüber hinausgehende stark frequentierte Anziehungspunkte sind der Naturpark Obst-Hügel-Land und die Stadt Eferding, die mit ihrem historischen Stadtbild und dem LEADER-Projekt "Eferdinger G'schichtnweg" sehr attraktiv für Familien ist. Die touristische Hauptader mit den meisten Nächtigungsbetrieben liegt entlang der Donau mit dem Donauradweg und dem in Entstehung begriffenen Projekt "Donausteig". Insbesondere dem Ausflugs- und Tagestourismus soll in Zukunft das größte Augenmerk geschenkt werden. Aber auch für naturliebende BewohnerInnen aus den städtischen Zentren entwickelt sich die sanfthügelige Landschaft der Region immer mehr zu einem Naherholungsraum.
Beschreibung der LAG
Der "Regionalentwicklungsverband Eferding " - kurz REGEF - existiert seit der Konstituierung am 8. 2. 2002 als eingetragener, gemeinnütziger Verein (ZVR 541316227). 2007-2013 ist für den REGEF bereits die zweite LEADER-Periode. Die LEADER-Aktionsgruppe mit dem Titel "Gemüse-Lust-Region Eferding" umfasst die Gemeindegebiete der Mitgliedsgemeinden Alkoven, Aschach, Buchkirchen b.W., Eferding, Fraham, Haibach o.d.D., Hartkirchen, Hinzenbach, Prambachkirchen, Pupping, Scharten und Stroheim. Neben den genannten Gemeinden sind auch noch eine Reihe von Institutionen und Firmen unterstützende Mitglieder des Vereines.
Das Management-Büro des REGEF und der LAG Eferding ist im Stadtamt der Stadtgemeinde Eferding untergebracht (Adresse: 4070 Eferding, Stadtplatz 31, 2. Stock, Tür 2.10). Im Büro arbeiten zur Zeit Frau Mag. Gerlinde Grubauer als hauptberufliche LEADER-Managerin und halbtäglich Herr Wolfgang Kriechbaum als ihr Assistent. Das Büro in der Bezirkshauptstadt Eferding ist zentral und strategisch günstig in der Region verankert und bietet die optimale Infrastruktur für ein professionelles LAG-Management.
Die LAG "Gemüse-Lust-Region Eferding" sieht ihre Hauptaufgabe in der Vorbereitung, Begleitung und Umsetzung von allgemeinen, identitätsstiftenden Maßnahmen im Zusammenhang mit der lokalen Entwicklungsstrategie, in der Information, Motivation und Vernetzung von Projektträgern sowie bei der Begleitung von Projekten von der Vorbereitungsphase zur Begleitung und Umsetzung. Über die allgemeine Verantwortung und Trägerschaft für das LAG-Management hinaus führt die LAG auch eigene Projekte als Projektträger durch, wenn dafür in der Region keine sonstigen geeigneten Projektträger zur Verfügung stehen.
Ziele - Strategie - Entwicklungsschwerpunkte
Bei der Erarbeitung der aktuellen lokalen Entwicklungsstrategie für die Förderperiode 2007-2013 wurden folgende Ziele definiert:
Profilierung als "Gemüse-Lust-Region Eferding"
Die Gemüseproduktion ist weitläufig bekannt und wird als Imageträger für die Region entwickelt. Die schrittweise Ökologisierung insbesondere im Hinblick auf die Nutzung alternativer Energien und den biologischen Feldgemüseanbau im Eferdinger Becken sowie die Entwicklung von entsprechenden themenbezogenen Freizeitaktivitäten (z.B. "Gemüse-Lust-Park") sollen zur Profilierung der Gemüse-Lust-Region Eferding beitragen.
Belebte Orts- und Stadtzentren
Durch Maßnahmen in der Ortsentwicklung werden Ortskerne wieder attraktiv, sowohl für die Wirtschaft als auch für die BewohnerInnen der Orte. Für die gewerbliche Entwicklung werden vorhandene Flächen adaptiert, infrastrukturell ausgestattet und zu gut nutzbaren Standorten gemacht.
Erhaltung und Verbesserung der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungssituation
Durch Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen in der Region wird die Zahl der AuspendlerInnen verringert. Die Arbeit zu den Menschen bringen.
Qualifizierung und Aufwertung der lokalen Erzeugnisse, deren Vernetzung und gemeinsamer Marktauftritt
Weitere Entwicklungs- und Qualifizierungsanstrengungen der Anbaubetriebe und der angeschlossenen Veredelungs- und Vermarktungsstrukturen. Dem Gesundheits- und Ernährungsbewusstsein der Bevölkerung rechtzeitig entsprechen.
Erhaltung der Naturlandschaft - Ökologisierung
Neu zu entwickelnde Landschaftspflegemaßnahmen erhalten die Besonderheiten und Vorzüge der Natur- und Kulturlandschaft. Von einer intakten Naturlandschaft profitieren nicht nur die BewohnerInnen sondern auch die BesucherInnen der Region.
Entwicklung der Freizeitwirtschaft
Neben der Naherholungsfunktion für die eigene Bevölkerung stellt die Freizeitwirtschaft ein zusätzliches Standbein für die Region dar. Vernetzung der touristischen Wirtschaft und Entwicklung und Vermarktung von sog. Packages ist obertes Ziel.
Sicherung der bäuerlichen Bewirtschaftung
Die Erhaltung der bäuerlichen Bewirtschaftung ist Voraussetzung für die Erhaltung der Kulturlandschaft als hochwertiger Siedlungs- und Erholungsraum und für Beschäftigungsmöglichkeiten in der Region.
Nachhaltige forstliche Bewirtschaftung
Bezirksweit ist die Waldausstattung als eher gering einzuschätzen (ca. 20 % der Gesamtfläche) und daher ist eine nachhaltige Forstwirtschaft bezirksweit als prioritäres Leitziel definiert. Eine Bewirtschaftung nach den Erkenntnissen des naturnahen Waldbaues insbesondere die Bestandsumwandlung in standortgerechte Mischbestände wird angestrebt. Die Nutzung des Holzes für Biomasseanlagen und somit eine regionale Versorgung mit Rohstoffen zur Energiegewinnung wird forciert.
Qualifizierung
Viele gelungene Projekte entstehen aus einer Vision, einem Traum. Sie ist eine einzigartige Kraftquelle, die vieles ermöglicht. Die Qualifizierung von Menschen, zu erkennen, worauf es ankommt, was zur Umsetzung der Vision nötig ist und wie Erfolge gemessen werden, ist oberstes Ziel der Qualifizierungsprojekte.
AKTIONSFELDER
Die Aktionsfelder wurden im Rahmen der Zukunftskonferenz von den TeilnehmerInnen definiert. Die Umsetzung der entwickelten Vision erfolgt auf Basis dieser Aktionsfelder. Es wurden insgesamt 5 verschieden Aktions- bzw. Handlungsfelder formuliert, in denen Projekte entwickelt und umgesetzt werden:
a) Wirtschaft - Kooperationen
b) Menschen-, Orts- und Regionalentwicklung
c) Tourismus - Naturerlebnis - Ökoregion
d) Landwirtschaft - Gemüse-Lust
e) Kunst-Kultur-Land Eferding
Die dargestellten Aktionsfelder sind in hohem Maße miteinander verknüpft und erfordern eine parallele Umsetzung auf der Basis eines gemeinsamen, längerfristigen Businessplanes mit entsprechenden Prioritäten und Umsetzungskriterien. Im Rahmen des LAG-Managements ist eine laufende Abstimmung und Vernetzung zwischen Projekten innerhalb der Region und ein Erfahrungsaustausch mit anderen LEADER-Gruppen gewährleistet.
KONKRETE UMSETZUNGSPROJEKTE - GEPLANT ODER IN DURCHFÜHRUNG
Aktionsfeld 1 - Wirtschaft - Kooperationen
- Unternehmerkooperationen
- Neuer Geist in alten Mauern
- Zentrum für Gesundheit und Wohlbefinden
- Europäisches Kompetenzzentrum "Gemüse-Lust" für Gesundheit und Ernährung
- Textilrecycling
Aktionsfeld 2 - Menschen-, Orts- und Regionalentwicklung
- "QUALINT" - Qualifizierung "intern"
- Gemüseakademie
- Bräuhaus Eferding
- Begegnungscafe
- Zentrum für Gesundheit und Wohlbefinden
- Alte Mühle
- Revitalisierung Strohmeiergut (Rittenschober)
- Ortsentwicklung
Aktionsfeld 3 - Tourismus - Naturerlebnis - Ökoregion
- ÖKOREGEF
- Sanfter Tourismus
- ARCHE
- Eferdinger Gemüse-Lust-Park
Aktionsfeld 4 - Landwirtschaft - Gemüse-Lust
- Eferdinger Gemüse-Lust-Park
- Gemüse-Lust
- Obstbau
- Direktvermarkterbörse
- Erneuerbare Energie - ÖKOREGEF
- Energie aus Wasserkraft
- Erhaltung der Kulturlandschaft
Aktionsfeld 5 - Kunst-Kultur-Land Eferding
- Kulturinitiative Schopperplatz
- 12er Festival
- Künstlernetzwerk - Kulturvernetzende Internetplattform
- Kunst- und Kulturpark Schloss Dachsberg mit Waldbühne und Open-Air-Arena
- Geschichtliche Informationen speziell für Menschen mit Beeinträchtigungen
VISION FÜR DIE REGION EFERDING 2013
Im Zuge des Erarbeitungsprozesses der Entwicklungsstrategie 2007-20013 entstand bei der Zukunftskonferenz unter Beteiligung von 140 Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen folgende "Vision für Eferding 2013". Das große gemeinsame Ziel ist es, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen.
Hier haben Menschen Raum . . .
In einer Region, die mit dem Wachsen und Wachsen lassen vertraut ist, haben wir Menschen mit UNSEREN Ideen Raum. Wir Menschen stehen im Mittelpunkt des Denkens und Handelns. "Wir nehmen Farbe und Pinsel selbst in die Hand, um unsere eigenen Bilder zu malen". Kreativität ist spürbar.
. . . wir leben in Offenheit und Aufrichtigkeit . . .
Wir begegnen einander respektvoll in einer Atmosphäre des Vertrauens, der Natürlichkeit und der Solidarität. Auseinandersetzungen werden konstruktiv geführt. Alle Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion sowie Menschen mit besonderen Bedürfnissen haben ihren Platz in der Gemeinschaft. Hier haben Menschen Heimat.
. . . und bauen Brücken.
Wir gehen ruhig und besonnen an Herausforderungen heran. Gemeinsames wird vor Trennendes gestellt. Wir feiern Feste und begegnen einander freundlich und hilfsbereit. Menschen wachsen zusammen. Lebenslust ist spürbar.
Eigeninitiative und Entschlossenheit . . .
Engagiert bringen wir uns mit Ideen, Vorschlägen und Möglichkeiten ein. Wir sind uns der vorhandenen Ressourcen bewusst und erhalten sie in einer hohen Qualität. Das Selbstbewusstsein und die Tatkraft sind in einer bunten Vielfalt von umgesetzten Projekten sichtbar. Die Eigeninitiative führt zu mehr Lebensqualität.
. . . bewirken ein gutes Zusammenleben . . .
Eine bewusste Qualität des Zusammenlebens ist entstanden. Bei uns zählt der Mensch wie er ist und nicht was er ist. Wirtschaftlicher Erfolg ist in allen Bereichen erkennbar. Unser Motto "Wir wachsen hoch hinaus" ist unser neues Selbstverständnis.
. . . in der Region.
Wir achten Natur, Tradition und Kultur und betrachten sie als Nährboden für ein Leben in Gesundheit und Ausgeglichenheit. Wir schreiten unbeschwert mit offenem Blick in die Zukunft. Wir fühlen uns hier wohl. Wir arbeiten und leben gerne in der Region Eferding.
Der Regionalentwicklungsverband
Der REGEF gestaltet die erforderlichen Rahmenbedingungen, macht Mut und leitet an zum Drübertrauen. Der REGEF trägt dazu bei, dass Träume und Visionen wirklich werden. Die Menschen sind sich ihrer Verantwortung für sich, ihre Mitmenschen und ihre Umwelt bewusst. Die Projekte bauen auf den Stärken der Region und den Kompetenzen der Menschen auf. Sie bringen die Region weiter und lassen die Menschen wachsen. Sie machen Lust auf mehr.
Wir wachsen hoch hinaus!


