Leader in Österreich 2007-2013

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Daten und FaktenLeader-FörderungLeader-Methode | Leader Mainstreaming | Leader-Netzwerk: Serviceleistungen | Verwaltungsstellen

 

Daten und Fakten

Leader ist als Schwerpunkt 4 Teil des Österreichischen Programms für die Entwicklung des ländlichen Raums.

 Die weiteren Schwerpunkte dieses Programms sind:

 
In Österreich wurden nach der ersten Auswahlrunde im Dezember 2007 85 Leader-Regionen ausgewählt. In der zweiten Auswahlrunde im Oktober 2008 kam noch eine weitere Region dazu. Österreich verfügt somit über insgesamt 86 Leader-Regionen, die entsprechend der Leader-Methode eine innovative, sektorübergreifende Entwicklung ihrer Region vorantreiben.

 
Die Gesamtfläche der österreichischen Leader-Regionen beträgt rund 72.000 km².

Insgesamt leben rund 4,3 Millionen Menschen in Leader-Gebieten.

Für den Programmzeitraum (2007 – 2013) stehen im Bereich Leader rund 468 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln zur Verfügung (EU, Bund, Land). Davon kommen 213 Millionen Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)

 

Wie kommt ein/e ProjektträgerIn zu einer Leader-Förderung?

Grundvoraussetzungen für eine Leader-Förderung sind:

  • Ein/e ProjektträgerIn muss aus einer Leader-Region kommen.
  • Ein Projekt muss in die regionale Leader-Strategie passen, einer im „Österreichischen Programm für die Entwicklung des ländlichen Raums“ vorgesehenen Maßnahme oder den in den 3 Schwerpunkten des „Österreichischen Programms für die Entwicklung des ländlichen Raums“ festgelegten Zielen entsprechen. Das heißt konkret: Leader-Projekte können auch über die im Österreichischen Programm für die ländliche Entwicklung festgelegten Maßnahmen hinausgehen!


Vorgangsweise:

  1. Wer eine Projektidee im Rahmen von Leader umsetzen möchte, nimmt am besten mit dem/der Leader-ManagerIn seiner/ihrer Region Kontakt auf und klärt ab, ob sein/ihr Projekt grundsätzlich förderfähig ist und wie die konkrete Vorgangsweise der Projektauswahl in der jeweiligen Region aussieht.
  2. In der Regel werden Projekte von einem Entscheidungsgremium der Leader-Gruppe bewertet und ausgewählt.
  3. Danach können die ausgewählten Projekte vom Projektträger/von der Projektträgerin bei der zuständigen Förderstelle eingereicht werden. Die Förderentscheidung trifft immer die zuständige Förderstelle und nicht die Leader-Gruppe.

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Die Leader-Methode

Die Leader-Methode besteht aus folgenden 7 Elementen:

  • Der territoriale Ansatz: Darunter versteht man gebietsbezogene lokale Entwicklungsstrategien, die für genau umrissene ländliche Gebiete bestimmt sind. Die regionalen Besonderheiten bilden die Basis für eine langfristig angelegte Entwicklungsarbeit.
  • Der partnerschaftliche Ansatz: Lokale öffentlich-private Partnerschaften (so genannte Lokale Aktionsgruppen) agieren als Plattform und Motor der Entwicklung.
  • Der Bottom-up-Ansatz: Bottom-up bedeutet, dass die Strategien und die Projekte in den Regionen entwickelt und nicht von externen Planungsstellen und Organisationen aufgesetzt werden. Zudem gewährleistet dieser Ansatz eine Entscheidungsbefugnis für die lokalen Aktionsgruppen bei der Ausarbeitung und Umsetzung lokaler Entwicklungsstrategien und -projekte. Kurz: Die Lokale Aktionsgruppe bzw. die dafür vorgesehenen Gremien einer LAG entscheiden, ob ein Projekt, das ein regionaler Akteur oder eine regionale Organisation vorschlägt, der regionalen Entwicklungsstrategie entspricht und im Rahmen von Leader umgesetzt werden soll oder nicht. Die endgültige Förderentscheidung trifft aber immer die zuständige Förderstelle.
  • Der multisektorale Ansatz: Damit ist eine sektorübergreifende Konzeption und Umsetzung der Strategie, die auf dem Zusammenwirken der AkteurInnen und Projekte aus den verschiedenen Bereichen der lokalen Wirtschaft beruht, gemeint.
  • Der innovative Ansatz: Neues versuchen – gewohnte Wege verlassen. Mit Kreativität, Phantasie und Risikobereitschaft sollen für die Region neue Ideen und Projekte aufgegriffen, entwickelt und realisiert werden.
  • Kooperation: Entwicklung und Umsetzung nationaler und transnationaler Kooperationsprojekte
  • Vernetzung: Nationale und europäische Vernetzung und Erfahrungsaustausch

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Leader Mainstreaming

Leader Mainstreaming bedeutet, dass Maßnahmen aller 3 Schwerpunkte des  „Österreichischen Programms für die Entwicklung des ländlichen Raums“ nach der Leader-Methode (=Schwerpunkt 4) umgesetzt werden können und sollen. Von besonderer Bedeutung für Leader sind die Maßnahmen, des Schwerpunktes 3 (Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum und Förderung der Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft). Insgesamt sollen 5% der Maßnahmen des „Österreichischen Programms für die Entwicklung des ländlichen Raums“ nach der Leader-Methode umgesetzt werden.

 

Auszug aus dem „Österreichisches Programm für die Entwicklung des ländlichen Raums 2007 – 2013“ (S. 67)

Neben den drei Oberzielen der Ländlichen Entwicklung:

  • Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft,
  • Verbesserung der Umwelt und der Landschaft,
  • Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum und Förderung der Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft

wird dem Leader-Ansatz auf europäischer Ebene eine große Bedeutung zugemessen. Österreich hat in der Vergangenheit mit einer im europäischen Vergleich überdurchschnittlichen Zahl von LAGs im Rahmen der Gemeinschaftsinitiativen LEADER II und LEADER+ diesen Entwicklungsansatz intensiv verfolgt, sodass das nunmehrige Mainstreaming von Leader als konsequente Weiterentwicklung zu betrachten ist.

 

VERORDNUNG (EG) Nr. 1698/2005 DES RATES

vom 20. September 2005   

über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)

Auszug (S. 6)

(50) Die Leader-Initiative ist nach drei Programmplanungsperioden so weit ausgereift, dass die ländlichen Gebiete das Leader-Konzept in den Hauptprogrammen für die Entwicklung des ländlichen Raums umfassender anwenden können. Es ist daher erforderlich, die Grundprinzipien des Leader-Konzepts auf die Programme zu übertragen, wobei in diesen hierfür ein eigener Schwerpunkt aufzubauen ist, und die zu unterstützenden lokalen Aktionsgruppen und Maßnahmen — einschließlich Partnerschaftskapazität, Durchführung lokaler Strategien, Zusammenarbeit, Vernetzung und Erwerb von Fertigkeiten — zu definieren.

(51) Angesichts der Bedeutung des Leader-Konzepts sollte ein erheblicher Anteil des Beitrages des ELER für diesen Schwerpunkt reserviert werden.

 

BESCHLUSS DES RATES

vom 20. Februar 2006

über strategische Leitlinien der Gemeinschaft für die Entwicklung des ländlichen Raums

(Programmplanungszeitraum 2007—2013)

(2006/144/EG)


Auszug Schwerpunkt 4 (S. 8 – 9)

Aufbau lokaler Kapazitäten für Beschäftigung und Diversifizierung

Strategische Leitlinie der Gemeinschaft

Die für den Schwerpunkt 4 (Leader) eingesetzten Mittel sollten zu den Prioritäten der Schwerpunkte 1 und 2 sowie insbesondere des Schwerpunkts 3 beitragen, aber auch eine wichtige Rolle bei der horizontalen Priorität Verwaltungsverbesserung und Erschließung des endogenen Entwicklungspotenzials der ländlichen Gebiete spielen.

Die Förderung im Rahmen des Schwerpunktes 4 bietet die Möglichkeit, nach einer auf die örtlichen Bedürfnisse und Stärken abgestellten und von der Gemeinschaft geleiteten Entwicklungsstrategie alle drei Ziele — Wettbewerbsfähigkeit, Umwelt, Lebensqualität und Diversifizierung — miteinander zu kombinieren. Durch integrierte Ansätze, die die Land- und Forstwirte ebenso wie die anderen ländlichen Akteure einbeziehen, kann das örtliche Natur- und Kulturerbe bewahrt und aufgewertet und das Umweltbewusstsein erhöht werden; des Weiteren können dadurch Erzeugnisspezialitäten, Fremdenverkehr sowie erneuerbare Ressourcen und erneuerbare Energie gefördert und entsprechende Investitionen getätigt werden.

Zur Umsetzung dieser Prioritäten sind die Mitgliedstaaten aufgefordert, die Unterstützung auf Kernaktionen zu konzentrieren. Diese Kernaktionen könnten unter anderem Folgendes beinhalten:

i) Aufbau lokaler Kapazitäten für Partnerschaften, Werbung und Unterstützung für Kompetenzerwerb, was zu einer besseren Nutzung des örtlichen Potenzials beitragen kann.

ii) Förderung der öffentlich-privaten Partnerschaft. Das Leader-Programm wird insbesondere durch Unterstützung innovativer Konzepte zur Entwicklung des ländlichen Raums und Zusammenführung des privaten und des öffentlichen Sektors weiterhin eine wichtige Rolle spielen

iii) Förderung von Zusammenarbeit und Innovation. Lokale Initiativen wie das Leader-Programm und die Unterstützung der Diversifizierung können eine wesentliche Rolle dabei spielen, dass Menschen für neue Ideen und Ansätze gewonnen, Innovation und Unternehmergeist gefördert sowie die allgemeine Integration und das Angebot an örtlichen Dienstleistungen verstärkt werden. Online-Foren können hilfreich sein für die Verbreitung von Wissen, den Austausch über bewährte Verfahren und Innovationen bei ländlichen Erzeugnissen und Dienstleistungen.

iv) Verbesserung der lokalen Verwaltung. Das Leader-Programm kann durch Unterstützung innovativer Konzepte, die die Land- und Forstwirtschaft und die örtliche Wirtschaft insgesamt stärker miteinander verflechten, zur Diversifizierung der wirtschaftlichen Grundlagen und zur Stärkung des sozioökonomischen Gefüges der ländlichen Gebiete beitragen.

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Leader-Netzwerk: Serviceleistungen

Das Leader-Netzwerk ist Teil von Netzwerk Land und wird von der ÖAR-Regionalberatung GmbH betreut.

Folgende Serviceleistungen werden den Leader-Gruppen angeboten:

  • Info-Hotline: Berantwortung von Anfragen (Suche nach ExpertInnen, beispielhaften Projekten, nationalen und transnationalen KooperationspartnerInnen usw.)
  • Innovative Werkstätten: Erfahrungsaustausch und Weiterbildung
  • Leader-Jahreskonferenz
  • Kooperationsberatung: Moderation von Start-Workshops für nationale und transnationale Kooperationsprojekte

Neben diesen konkreten Leistungen für Leader-Gruppen werden von der ÖAR als Servicestelle für das Leader-Netzwerk noch folgende Leistunen erbracht:

  • Betreuung und Wartung der Leader-Homepage im Rahmen von www.netzwerk-land.at
  • Betreuung und Wartung der Online-Projektdatenbank auf www.netzwerk-land.at
  • Mitarabeit in der Redaktion des Magazins von Netzwerk Land
  • Mitarbeit bei den europäischen Treffen der nationalen Vernetzungsstellen
  • Teilnahme am Leader-Begleitausschuss der GD AGRI

Ansprechpartner:

Mag. Luis Fidlschuster
T. +43-699-11392411
l.fidlschuster@netzwerk-land.at


Weitere AnsprechpartnerInnen finden Sie unter "Netzwerkstelle".

Verwaltungsstellen

Verwaltungsbehörde Leader Österreich

Lebensministerium
Dipl.-Ing. Markus Hopfner
T. +43-1-71100-6780
markus.hopfner@lebensministerium.at

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